Ohm41 ist von der Organisation Gallusjubiläum ausgewählt worden mit seinem Projekt Gallus-ein Star und seine Reliquien, Teil des gesellschaftlichen Ereignisses 1400 Jahre Gallus zu sein. Am Beispiel konkreter Objekte, unter welchen Umständen Zeug zum Zeugnis wird, und wie die bedeutungsgeladenen Dinge sich aber unversehens auch wieder entladen können, suchen wir neue Hinweise zum Leben von Gallus.
Unser Projekt haben wir in 2 Phasen aufgeteilt
Phase 1 Forschung 6.20
In Phase 1 schliessen wir uns einem Grabungsteam an, das in Martano (Apulien, Süditalien) eine Prospektion und Grabung zum Gallusthema durchführt. Gemäss historischen Quellen haben sich drei Freunde von Gallus auf dem Weg nach Jerusalem in Martano niedergelassen. Ihre Spur verliert sich in dieser Gegend. ohm41 wird ab 12. April 2012 in Martano graben. Wir hoffen mit den Forschungsergebnissen neue Erkenntnisse zu Gallus zu gewinnen.
Phase 2 Wanderausstellung mit 3 grossen Gallusboxen
Die Erkenntnisse werden im August in den drei Gallusboxen an vier Orten im Kanton St.Gallen präsentiert.
begann sich eine besondere Verehrung der Märtyrer zu verbreiten. Es entwickelte sich der Brauch, über den Gräbern der Heiligen und ihren Resten neue Kirchen zu erstellen. Die großen Kathedralen des Mittelalters verdanken ihre Entstehung und internationale Berühmtheit vor allem solchen hochverehrten Reliquien. Damit soll der innere Zusammenhang zwischen der Kirche der Heiligen und der noch unvollendeten Kirche der Irdischen unterstrichen werden. Die Reliquienverehrung ist eine der ältesten Formen der Heiligenverehrung und schon im 2. Jahrhundert eindeutig nachweisbar, lange, vor z. B. der Verehrung von Ikonen oder anderen Heiligenbildnissen. In der Antike war die Reliquienverehrung nicht erwünscht und Körperteile von noch so frommen Verstorbenen galten als unrein.
Die Verehrung von Gallus trägt aus vielerlei Gründen mannigfache Facetten. Einerseits trägt diese Gestalt viel zur Identität unseres Kantons bei, andererseits darf jeder Starkult auch hinterfragt werden. Ohm41 will diese Ebene des Stars früher und die Entwicklung bis heute hinterfragen. Der Kult, der soweit geht, dass Körperteile (Knochenteile) als Fetische der Verehrung hinhalten und ihnen bei Berührung heilende Wirkung zugesagt wird.
Ohm41 vermischt die beiden Ebenen Fiktion und Realität. Wir bauen auf verschiedenen geschichtlichen Quellen auf, die wir auf unsere Art und Weise interpretieren und Grenzverschiebungen zwischen Wahrheit und Unwahrheit, zwischen Legende und Fact, zwischen Realität und Fiktion ausloten. Es sollen Denkmuster aufgebrochen werden, so zum Beispiel, dass Gegenstände immer noch in dieser Form der Heldenverehrung dienen. Wie sieht das heute aus? – Wie werden Stars verehrt?
nach dem Soundtrack des vergangenen Lebens, den letzten Überbleibseln des Irdischen, werden kleinste Teile überhöht, Mikroben nehmen Bedeutungen an, die sie vor deren Wahrheit sich selbst erröten lassen und so bleibt eigentlich eine Erkenntnis bestehen: Aus Dingen, die enden, entstehen Legenden. Ist es richtig, Menschen aussergewöhnliche Kräfte zuzuschreiben? Täuscht man sich dadurch nicht selbst? Fehlen die Begriffe dir - nimmst du schnell ein Wort dafür. Das hat uns Gallus hinterlassen aus dieser Zeit: Identifikation.
Bär, Haselzweig, Dornbusch, heidnischer Opferaltar, Bauernregeln sind die Fetische der Verehrung. Der Patron der Stadt St. Gallen und des Kantons St. Gallen; der Gänse, Hühner und Hähne; der Fieberkranken; des Bistums St. Gallen wird reflektiert.
Auf der Spur der Wandermönche:
Die Wiler Künstlergruppe «ohm41»
bei ihren Grabungen auf einem
offenen Feld in Martano in Süditalien.
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Für die Phase 1 haben wir Arbeitsthesen formuliert, die wir durch unsere Beweisführung erhärten oder verwerfen. » mehr
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